top of page

Entfeuchtungs-Konzept:

DWF Geräte:

DWF-Schema2.png

Die Zuluft der Wohnraumlüftung wird zunächst durch ein Vorkühlregister geführt und dabei durch das Wasser der Flächenkühlung vorgekühlt.

Anschließend strömt die Luft durch das Verdampferregister, wo eine starke Abkühlung erfolgt und die Luftfeuchtigkeit als Kondensat ausfällt.

Die entfeuchtete Luft wird danach im Kondensatorregister durch die Abwärme des verdichteten Kältemittels wieder erwärmt.

Abschließend wird die Luft im Nachkühlregister wieder auf etwa Raumtemperatur abgekühlt. Die aufgenommene Wärme wird über den Wasserkreislauf nach außen abgeführt.

HRDS+ Geräte:

Kühlen

Entfeuchten

HRDS-Schema2.png

Die HRDS+ Modelle sind mit einem Inverter-Kompressor ausgestattet. Die Leistungsmodulation erfolgt automatisch über einen Temperaturfühler am Verdampferregister. Dadurch wird die Lufttemperatur unabhängig vom Luftdurchsatz auf ca. 6 °C geregelt, um eine optimale Entfeuchtungsleistung sicherzustellen.

Betriebsweise Kühlen:
Die Luft strömt durch das Verdampferregister, wo eine starke Abkühlung erfolgt und die Luftfeuchtigkeit als Kondensat ausfällt. Die im Kältekreislauf aufgenommene Wärme wird vollständig über den Plattenwärmetauscher (Wasserkondensator) an den Wasserkreislauf abgeführt. Die entfeuchtete, kalte Luft wird direkt in die Räume eingeblasen.

Betriebsweise Entfeuchten:
In diesem Modus wird ein 3-Wege-Ventil am Ausgang des Plattenwärmetauschers geöffnet, sodass das erwärmte Wasser durch ein nachgeschaltetes Wasserregister geleitet wird. Dort wird die Luft wieder auf ein raumtemperaturnahes Niveau erwärmt, bevor sie in die Räume eingeblasen wird.

Unterschiede im Detail:

DWF

Grundprinzip
Das DWF arbeitet mit einem klassischen On/Off-Kompressor und einem großzügig dimensionierten Luft/Wasser-Vorkühlregister. Durch die Vorkühlung der Luft wird der Kältekreis entlastet, sodass der Kompressor bewusst kleiner und energieeffizient ausgelegt werden kann. Dadurch arbeitet das Gerät besonders leise und vibrationsarm, selbst direkt neben dem Gerät ist es kaum hörbar.

Integration ins Lüftungssystem
DWF Geräte verfügen über keinen eigenen Lüfter und sind daher ausschließlich für den Einbau in die Zuluftleitung nach dem Wohnraumlüftungsgerät vorgesehen.


Weitere Details zur Einbindung:

Einbindung-Luft | Hej Luft

HRDS+

Grundprinzip

Das HRDS+ arbeitet ohne Vorkühlregister und mit einem Inverter-Kompressor, der seine Leistung kontinuierlich an die jeweiligen Betriebsparameter anpasst. Dadurch wird die Verdampfertemperatur unabhängig von Luftvolumenstrom sowie Wassertemperatur konstant bei ca. 6 °C gehalten, wodurch die Entfeuchtung jederzeit im optimalen Arbeitsbereich erfolgt.

Durch den Verzicht auf ein Vorkühlregister sowie die variablen Kompressordrehzahlen ist das Gerät in einzelnen Leistungsbereichen nicht durchgehend so leise und vibrationsarm wie ein vergleichbares DWF-System. Im Gegenzug bietet es eine höhere Flexibilität und einen größeren Einsatzbereich

Integration ins Lüftungssystem
Das HRDS+ ist sowohl als reines Zuluftgerät als auch mit Umluft-Beimischung erhältlich. Die Umluft-Variante ermöglicht eine höhere Entfeuchtungs- und Kühlleistung sowie eine bessere Effizienz, erhöht jedoch gleichzeitig den Installationsaufwand und die Systemkomplexität.

Die Umluft-Variante ist insbesondere dann sinnvoll, wenn sie bereits in der frühen Planungs- und Auslegungsphase berücksichtigt wird.

Eine nachträgliche Umsetzung ist in der Regel nur wirtschaftlich sinnvoll, wenn die Raumaufteilung eine einfache Nachrüstung einer geeigneten Umluftabsaugung ermöglicht, beispielsweise über ein nahegelegenes zentrales Treppenhaus.

Weitere Details zur Einbindung:
Einbindung-Luft | Hej Luft

Entfeuchtungsleistung
Die Entfeuchtungsleistung ist abhängig von den Betriebsbedingungen. Sie steigt mit niedrigerer Wasser- bzw. Soletemperatur und höherem Wasserdurchsatz.

Ab etwa 18–20 °C Wasser-Einlasstemperatur nimmt die Leistung deutlich ab. Da der Kompressor klein und energieeffizient ausgelegt ist, ist eine entsprechend niedrige Vorlauftemperatur für eine hohe Entfeuchtungsleistung wichtig.

Können keine Wasser- oder Soletemperaturen von ≤ 19 °C bereitgestellt werden, ist das HRDS+ System die geeignetere Lösung.

Entfeuchtungsleistung

Das System erreicht unter nahezu allen Betriebsbedingungen eine stabile und hohe Entfeuchtungsleistung, weitgehend unabhängig von Luftvolumenstrom sowie Wasser- bzw. Soletemperatur.
 

Ein Betrieb ist problemlos bis ca. 25 °C Wasser-Einlasstemperatur möglich.

Bei erhöhten Wassertemperaturen ist lediglich ein entsprechend erhöhter Wasserdurchsatz erforderlich, um die Wärmeabfuhr über den Plattenwärmetauscher sicherzustellen.

Luftauslasstemperatur

Die Luftauslasstemperatur entspricht in der Regel ungefähr der Lufteinlasstemperatur. Durch Anpassung von Wasserdurchsatz und Wassertemperatur kann die Lufttemperatur geringfügig beeinflusst werden.

Die künftig verfügbaren DWF 250i / DWF 350i Geräte werden zusätzlich mit einer Kühlfunktion inklusive Wasserumschaltventil und Plattenwärmetauscher ausgestattet. Dadurch werden auch bei DWF-Systemen deutlich niedrigere Luftauslasstemperaturen während der aktiven Entfeuchtung möglich.

Luftauslasstemperatur

Bei passendem Wasserdurchsatz liegt die Luftauslasstemperatur im Entfeuchtungsbetrieb leicht unter der Lufteinlasstemperatur.

Für eine moderate Kühlwirkung kann die Luftauslasstemperatur durch erhöhten Wasserdurchsatz weiter bis in etwa auf die Wasser-Einlasstemperatur abgesenkt werden.

Zusätzlich bietet das HRDS+ eine echte Kühlfunktion bis ca. 10 °C Luftauslasstemperatur. Eine Dämmung der Zuluftleitungen wird für diesen Betriebsfall empfohlen.

Regelung
Die Steuerung ist bewusst einfach gehalten. Im Wesentlichen steht lediglich ein potentialfreier Kontakt zur Aktivierung der Entfeuchtung zur Verfügung.
Eine integrierte Feuchteregelung ist nicht vorhanden. Die Ansteuerung erfolgt über externe Hygrostate oder die Gebäudeleittechnik.

Bei den DWF 200/400 Geräten muss zusätzlich auch der Wasserdurchsatz extern freigegeben bzw. angesteuert werden.

Die DWF 250/350 Geräte verfügen zusätzlich über einen Pumpenausgang sowie eine Modbus-Kommunikation zur Betriebsdatenüberwachung und Ansteuerung. Die Aktivierung der Entfeuchtung erfolgt dennoch weiterhin extern.

Eine integrierte Display-Regelung oder automatische Betriebsführung ist nicht vorhanden.

Gebäudeseitig muss für ausreichend gekühlten Wasser- oder Soledurchsatz während der Entfeuchtung gesorgt werden.

Regelung
umfangreiche Ansteuerungsmöglichkeiten über Schalteingänge sowie Modbus. Viele Funktionen und Schwellwerte sind frei parametrierbar, sämtliche Betriebswerte sind auslesbar und ermöglichen eine sehr gute Integration in Smart-Home- oder Gebäudeleitsysteme.

Eine integrierte Feuchteregelung im Gerät selbst ist nicht vorhanden.

Alternativ ist jedoch eine Display-Einheit mit integriertem Feuchte- und Temperaturfühler erhältlich, die beispielsweise im Wohnraum platziert werden kann.

Damit ist eine vollautomatische Standalone-Regelung von Feuchte und Temperatur möglich, ohne dass eine externe Steuerung oder weitere Eingriffe erforderlich sind.

Gebäudeseitig muss für gekühlten Wasser- oder Soledurchsatz während der Entfeuchtung gesorgt werden.

Min. Luftdurchsatz
Der Mindest-Luftdurchsatz ist während der aktiven Entfeuchtung einzuhalten.

Bei zu geringer Luftmenge besteht, abhängig von Wasser- bzw. Solebedingungen, die Gefahr von:

  • Überhitzung des Kondensators

  • Vereisen des Verdampfers

  • Hochdruckabschaltung

Hintergrund ist die Position des Kondensators: Dieser ist als Luft/Kältemittel-Wärmetauscher direkt im Luftstrom hinter dem Verdampferregister angeordnet. Wird zu wenig Luft gefördert, kann die Wärme nicht ausreichend abgeführt werden.

Unter bestimmten Bedingungen (kühleres Wasser und/oder höherer Wasserdurchsatz) sind geringere Luftdurchsätze möglich.

 

Ein zu hoher Luftdurchsatz über den Nennvolumenstrom reduziert die Entfeuchtungsleistung.

Min. Luftdurchsatz

Der min. Luftdurchsatz ist beim HRDS+ unkritischer als beim DWF.

Der Kondensator ist als Wasser/Kältemittel-Plattenwärmetauscher ausgeführt und nicht im Luftstrom angeordnet. Die Wärmeabfuhr erfolgt primär über den Wasserkreis. Im Entfeuchtungsbetrieb unterstützt zusätzlich das nachgeschaltete Luftregister die Wärmebilanz, da ein Teil der Energie für die Luftnacherwärmung genutzt wird.
Ein klassisches Kondensator-Überhitzungsrisiko durch zu geringe Luftmenge besteht daher nicht, sofern der erforderliche Wasserdurchsatz sichergestellt ist.

Die untere Grenze des Luftdurchsatzes wird hauptsächlich durch den Frostschutz des Verdampfers bestimmt. Vereisung und Abtauvorgänge treten jedoch erst bei sehr geringen Luftdurchsätzen auf, da der Inverter-Kompressor seine Leistung weit herunter modulieren kann.

Ein Luftdurchsatz über den Nennvolumenstrom reduziert die Entfeuchtungsleistung, da auch der modulierende Kompressor an seine Leistungsgrenze kommt.

Min. Wasserdurchsatz

Der Mindest-Wasserdurchsatz muss jederzeit eingehalten werden. Luft-, Wasser- und Temperaturbedingungen stehen in direkter Wechselwirkung und beeinflussen gemeinsam den sicheren Betriebsbereich.

siehe auch:

Hydraulik-Anbindung | Hej Luft

Min. Wasserdurchsatz

Der Wasserdurchsatz hat keinen direkten Einfluss auf die Entfeuchtungsleistung, ist jedoch entscheidend für die Wärmeabfuhr im Plattenwärmetauscher.

Bei korrekt eingestelltem Wasserdurchsatz liegt die Luftauslasstemperatur im Entfeuchtungsbetrieb leicht unter der Lufteinlasstemperatur.

​Bei zu geringem Wasserdurchsatz kann die Wärme im Plattenwärmetauscher nicht ausreichend abgeführt werden. Dadurch wird die Verdampfer-Zieltemperatur nicht erreicht und der Inverter-Kompressor reagiert darauf mit einer Leistungssteigerung. Die so zusätzlich erzeugte Wärme verschärft diesen Zustand weiter, bis das Gerät schließlich mit einer Hochdruckabschaltung reagiert.

Bei hohem Wasserdurchsatz nähert sich die Luftauslasstemperatur der Wasser-Einlasstemperatur an oder kann leicht darunter liegen.

siehe auch:

Hydraulik-Anbindung | Hej Luft

Charakter

•    sehr leise, vibrationsarm

•    einfach aufgebaut

•    kostengünstig

•    kurze Lieferzeit

Charakter

•    hoch flexibel
•    sehr stabile Entfeuchtungsleistung
•    smarte Integration oder auch Standalone-Lösung möglich
•    höhere Komplexität
•    größer, teurer und schwerer als DWF

Fazit und Auswahlhilfe:


In typischen Niedrigenergiehäusern reicht eine reine Zuluft-Entfeuchtung in der Regel vollkommen aus.

In diesem direkten Vergleich liefern sowohl DWF als auch HRDS+ sehr gute Ergebnisse.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Grundfunktion, sondern in baulichen Voraussetzungen, gewünschter Ansteuerung und Systemflexibilität.

DWF ist ideal, wenn:

  • Wasser-/Soletemperaturen von ≤ 19 °C verfügbar sind

  • eine einfache und kosteneffiziente Lösung gewünscht ist

  • die Ansteuerung selbst übernommen werden kann

  • besonders leiser und vibrationsarmer Betrieb (auch im Technikraum) wichtig ist

 

HRDS+ ist ideal, wenn:

  • maximale Flexibilität und höchste Entfeuchtungsleistung gefordert sind​​

  • höhere Wasser-/Soletemperaturen auftreten

  • zusätzliche Kühlfunktion benötigt wird

  • eine tiefe Integration in ein Smart-Home- oder Gebäudemanagementsystem gewünscht ist

  • oder das System als Standalone-Lösung mit Display-Einheit betrieben werden soll

  • wenn eine Umluftführung bereits in der Planung berücksichtigt werden kann

bottom of page